Ernsts Privatbibliothek an der Universität Bochum

Paul Ernst sammelte systematisch und auch unter bibliophilen Gesichtspunkten Bücher, am intensivsten bis zum 1. Weltkrieg. Seine Bibliothek umfasste bei seinem Tod etwa 7000 Bände, wovon etwa 1000 Bände Rezensions- und Widmungsexemplare sind, die er zwischen 1918 und 1933 erhielt.

Die Bibliothek blieb im Familienbesitz, bis sie 1962 für die Universitätsbibliothek Bochum erworben wurde. Mit der Familie wurde vertraglich vereinbart, dass die Sammlung unter dem Namen "Bibliothek Ernst" in der überlieferten Aufstellung als besonders geschützte Bestandsgruppe in der Bibliothek aufgestellt wird.

Ernst sammelte vor allem Primärquellen, und die Schwerpunkte der Sammlung sind:

Deutsche Literatur (1543 Titel)

  • 16. bis frühes 20. Jahrhundert
  • Repräsentative Auswahl, für die Romantik wurde Vollständigkeit angestrebt.
  • Sehr viele Erstausgaben

Französische und italienische Literatur

  • Erzählende Literatur, Ritterromane
  • Französische Autoren des 18. Jahrhunderts
  • Nozze-Schriften (nach 1800 in Italien anlässlich von Hochzeiten entstandene Privatdrucke älterer Quellen)
  • 60 % der insgesamt nachweisbaren italienischen Drucke des 16. Jahrhunderts, darunter viele Boccaccio-Ausgaben

Volksdichtung aus Deutschland, Osteuropa und Asien

Hier handelt es sich überwiegend um deutschsprachige Sammlungen und Übersetzungen, die im 19. und 20. Jahrhundert erschienen.

Geistes- und Gesellschaftswissenschaften

  • Frühe Ausgaben von Klassikern wie Hobbes, Locke und Hume
  • Zahlreiche Beispiele für die französische und deutsche Buchillustration des 18.-19. Jahrhunderts

Die Bibliothek Ernst ist im Geschlossenen Magazin der Universitätsbibliothek Bochum aufgestellt (Signaturgruppe ER/ERN). Die Bücher der Signaturgruppe ER/ERN sind nicht ausleihbar, man muss sie vorbestellen.

Link zur Sammlung: http://www.ub.ruhr-uni-bochum.de/informationen/sammlungen.html